Journalismus am Rande der Gesellschaft

12Sep09

Über den Dächern von Berlin Kreuzberg schwebt er lautlos dahin. Keinen Ton gibt er von sich. Und doch ist er, für diejenigen, die den Blick gen Himmel richten, omnipräsent: Der „WELT“ -Ballon. Das Seil, das ihn mit dem Grund verbindet, lenkt den Blick auf die gläsernen Gebäude in der Rudi-Dutschke Straße. Springer und taz wetteifern an diesem geschichtsträchtigen Ort um die Aufmerksamkeit der Vorbeieilenden.

 

Nur einige Straßenzüge entfernt, abgeschieden, jedoch nicht abgeschnitten vom pulsierenden Berliner Leben steht es. Mitten in Prenzlauer Berg, in einem kleinen und unscheinbaren Hinterhof: Das kaffee|bankrott. Hier finden Menschen, die sonst keine Bleibe mehr haben, eine Notunterkunft für die Nacht, eine heiße Tasse Tee und ein offenes Ohr. Und hier entsteht er, der straßen|feger.

Berlin-Mitte. Ein helles Läuten. Eine freundliche Frauenstimme aus dem Off: „Friedrichstraße. Übergang zum Regionalverkehr, zur S-Bahn mit Verbindung zum Hauptbahnhof und zur Metrotram.“ Menschenmassen drücken und schieben sich in das ohnehin hoffnungslos überfüllte BVG-Abteil, das für diesen Ansturm offensichtlich nicht gewappnet ist. Aufgeregt plappernde, mit ihren Straßenkarten hantierende Touristen in Flipflops und kurzen Shorts, Anzugträger, die sich stoisch an ihre Kaffeebecher und Macbook-Taschen klammern. Sie alle wirken getrieben und gehetzt, sind für einen Moment zusammengepresst in ein kleines gelbes Zugabteil.

 

Fast unbemerkt steigt eine Frau hinzu. Unsicher streicht sie sich eine Strähne des rotgefärbten Haares aus dem Gesicht. Sie streckt den Rücken. Atmet einmal lang und tief durch. Vorsichtig hebt sie den mit einem kleinen Stapel Zeitungen beladenen Arm und räuspert sich vernehmlich: „Guten Morgen. Mich interessieren weder ihre Tickets, noch sammle ich für irgendeine Umweltorganisation. Mit meinem Gesang möchte ich sie am frühen Morgen auch nicht belästigen, aber ich verkaufe die neueste Ausgabe des straßen|fegers.“

 

Obwohl nur wenige ihren Worten überhaupt Aufmerksamkeit schenken oder auch nur den Blick heben, spricht sie mit unbeirrt fester Stimme weiter: „Über eine kleine Spende oder den Kauf einer Zeitung würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank und einen schönen Tag Ihnen allen noch.“ Langsam schiebt sie sich durch das Abteil. Offeriert wortlos, dankt für kleine Spenden, ignoriert die Ignoranz und verlässt an der nächsten Station das Abteil genauso unauffällig, wie sie es betreten hat.

 

Mit der freundlichen Bemerkung der BVG-Dame „U6 nach Alt-Tegel. Zurückbleiben bitte!“ und dem klappernden Schließen der Wagentüren, verschwindet sie aus dem Blick und der Wahrnehmung der zurückgebliebenen Anwesenden.

 

Hilfe zur Selbsthilfe

Unsere Verkäuferin, die namentlich nicht genannt werden möchte, ist nur eine der Obdachlosen  Berlins. Die Zahl der Personen, die in der Hauptstadt unter der eigentlich zumutbaren Armutsgrenze leben müssen, ist laut statistischem Bundesamt noch höher.

Arm gilt dabei, via Definition der EU, dessen Äquivalenzeinommen weniger als 60% des Medians der Einkommen in der gesamten Bevölkerung beträgt.

 

Diese höchst wissenschaftlich anmutende Erklärung bedeutet schlussendlich, das 13,9% der Männer, Frauen und Kinder sind somit auf staatliche Unterstützung und zusätzliche Verdienste angewiesen.

Betrachtet man den Bereich des „Niedrigeinkommens“ und sogenannten „prekären Wohlstandes“ noch dazu, erhöht sich die Zahl der Betroffenen auf 36,4%.

Wo Arbeitslosengeld II, Hartz IV, und euphemistisch bezeichnete „Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen“ nicht weiter helfen, sind die Betroffenen auf sich selbst gestellt. Auf sich selbst, aber nicht auf sich allein.

 

Andreas Düllick, einer der drei Vorsitzenden des ehrenamtlichen Vereines „mob“, engagiert sich seit vier Jahren. Als Organisator, Chefredakteur und Verantwortlicher im Sinne des Presserechts. Bei dem großen, braungebrannten Mann, der buchstäblich wie der Fels in der Brandung auf seine Umgebung wirkt, laufen die Fäden für das vierzehntägig erscheinende Straßenmagazin zusammen.

„Die Öffentlichkeit stellt den straßen|feger gerne als Obdachlosenmagazin dar. Dabei sind wir viel mehr. Natürlich verkaufen viele Menschen ohne eigene Wohnung oder anderweitige Bleibe die Zeitung. Unter den Verkäufern befinden sich aber eben auch viele Leute, die zwar ein Dach über dem Kopf, jedoch aus verschiedensten Gründen zu wenig Geld zum Leben haben.“

 

Wohnungs-, Erwerbslosen oder in sonstiger Weise benachteiligen Personen versucht straßen|feger, das sich, laut Aussage von Andreas Düllick, als „Selbsthilfeprojekt“ versteht, einen Anstoß für einen geregelten Tagesablauf mit einem geregelten Einkommen, zu geben.

 

Von Armut oder Obdachlosigkeit betroffen sein, kann jeder. Es gibt keine Altersgruppe oder Einkommensklasse, die davor gefeit wäre. „Wir können niemanden dazu zwingen den straßen|feger zu verkaufen. Aber wir bieten jedem, der dies in Anspruch nehmen möchte, ein niederschwelliges Angebot.“

Zuckerbrot und Peitsche

Im verrauchten Vorraum des kaffee|bankrott hat sich inzwischen eine kleine Gruppe von Männern um den einzigen Aschenbecher im Zimmer versammelt. Laut sprechen sie miteinander um das aus dem anschließenden Raum zu hörende Besteckgeklapper zu übertönen, ziehen zwischendurch an ihren selbstgedrehten Zigaretten und stoßen blaue Dunstwolken gen Decke.

 

Die ehemals bunten Malereien an den vom Zigarettenrauch vergilbten Wänden wirken blass, in den Ecken paaren sich Spinnweben mit Bauschutt. Trostlos wirkt das ganze Szenario, durch die lautstarke, phasenweise vom Gelächter der Anwesenden durchdrungenen Atmosphäre, dabei trotzdem nicht. Hoffnung auf Hilfe dringt durch die Rauchschwaden des Raumes.

 

Kurz nach 17 Uhr öffnet sich die Tür zum angrenzenden Redaktionsbüro in dem Andreas Düllick, der Chef vom Dienst­­­ Andreas Scharmann und ihre Kollegen die Geschicke des Straßenmagazins lenken.

Innerhalb weniger Sekunden wandelt sich das eben noch improvisatorisch wirkende Gebilde aus herumstehenden Tischen und gestapelten Stühlen zu einem koordinierten Redaktionstisch. Es duftet nach frischem Gebäck und Kaffee als die wöchentliche öffentliche Redaktionskonferenz, mit der obligatorischen akademischen Viertelstunde Verspätung, beginnt.

 

Wer bis dato dem Irrglauben erlegen ist, dass

Obdachlosenzeitungen von Obdachlosen geschrieben werden, wird eines Besseren belehrt. Zumindest teilweise. Die Chefredaktion, das Triumvirat, welche das Konstrukt straßen|feger überhaupt zusammenhält, wäre ohne grundlegenden journalistischen Hintergrund nutz- und machtlos.

Denn, obwohl offiziell demokratische Vorgänge den Entscheidungsprozess maßgeblich beeinflussen, so muss, gerade bei einem Konstrukt, wie dem straßen|feger, die Entscheidungsgewalt schlussendlich klar verteilt sein. Neben dem Druck, im Zweiwochen Rhythmus, ein 28-seitiges Magazin herauszubringen, besteht die außerordentliche Schwierigkeit im Verkaufsmoment selbst, im Durchsetzen gegenüber der Konkurrenz.

 

Da wird auch ein Felsen wie Düllick mal zur lauten Brandung. Aber das muss, in einem so harten Geschäft, wie dem der Zeitungsmacher, auch so sein. Nicht durchdachte Themenvorschläge, besonders schlechte Schreibe und themenferne Randbemerkungen während der Redaktionskonferenz werden von ihm abgewiegelt, korrigiert oder unterbunden.

 

Über Situationen, in denen Düllick Tacheles redet, trösten die Leckereien auf dem Tisch hinweg. Und das Wissen, dass neben Durchsetzungsvermögen auch wahnsinnig viel Geduld, Ruhe und Ausdauer zu den Kernkompetenzen eines Chefredakteurs in dieser besonderen Umgebung gehören.

Reden ist Silber

Seit der Gründung des Vereines im August 1994 und der Initiierung des „straßen|fegers“ zehn Jahre später, hat sich einiges verändert. Sowohl im Verein intern, als auch in der Gesellschaft, für die sich selbiger einsetzt.

Jeder 13. Jugendliche verließ 2006 eine allgemein bildende Schule ohne Abschluss.

 

In der, zumindest in der Werbung noch als relevant betrachteten Gruppe der 20-49 Jährigen waren es insgesamt 1.004.000 beziehungsweise stolze 10,2%. Gleichzeitig kam es seit Mitte der 1960-er Jahre zu einer Bildungsexpansion. Die, unbeabsichtigte, Folge ist die weiterhin zunehmende soziale Selektion, in Bezug auf Bildungschancen.

 

Und das, aller politischer Reglementierungen zum Trotz, bei einer konstant hohen Arbeitslosenquote von 10,4 %. Ohne die nötige Formalbildung ist die,

erfolgreiche, Suche nach einer Arbeitsstelle

meist zum Scheitern verurteilt.

 

Neben der zentralen Rolle als Hauptquelle zur Sicherung des Lebensunterhaltes, stellt der Faktor Arbeit aber auch einen wichtigen Teil der persönlichen Selbstentfaltung da. Frustration,  einhergehend mit Existenzängsten und Süchten können so schnell die Überhand über das Denken und Handeln des Einzelnen gewinnen.

 

Passive Arbeitsmarktpolitik, die die entstehenden Einkommensverluste durch Maßnahmen wie zum Beispiel Arbeitslosengeld II, ausgleichen soll, genau wie Hartz-Reformen im Zuge der aktiven Arbeitsmarktpolitik durch Eingliederungszuschüsse für förderungsbedürftige Arbeitnehmer, Beschäftigung schaffende Maßnahmen und ähnlichem mehr, versuchen einen Ausgleich  zwischen Arbeitsangebot und –nachfrage zu schaffen.

 

Obwohl, laut Aussage des statistischen Bundesamtes die Arbeitslosenzahlen seit 2006 im Rahmen der konjunkturellen Belebung wieder rückläufig waren, sind seit der global um sich greifenden Wirtschaftskrise, wieder immer mehr Leute auf staatliche Hilfe sowie soziale Unterstützung angewiesen.

 

Die Betrachtung der Einkommensdynamik der Gesellschaft sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen in Mannheim lässt wenig Hoffnung. Das Risiko in der Spirale aus Einkommenslosigkeit, Abhängigkeiten, Frustration und Resignation hängen zu bleiben ist groß. Im aktuellen Sozialbericht beschreibt die Gesellschaft die Entwicklung mit düsteren Zahlen. Weit über ein Drittel der 85% der in der untersten Einkommensschicht und damit in relativer Armut Lebenden sind dauerhaft von diesem Zustand betroffen. Nur sechs Jahre zuvor waren es nur 33%.

 

Was sich über die Jahre nicht geändert hat ist der, wie Düllick ihn bezeichnet „spezielle“ Hintergrund, der Menschen, die sich an das Hilfsangebot von mob wenden. „Wir wollen diesen Leute eine Hand reichen. Die Hilfe zur Selbsthilfe ist unsere oberste Prämisse. Da können und wollen wir keine künstlichen bürokratischen Barrieren aufbauen.“

 

Bedenkt man, dass die Wohnkostenbelastung einkommensschwächerer Mieterhaushalte weiter steigt, steht man vor einer sozialpolitischen Herausforderung der Bedürftigkeitsprüfung zum Bezug von Wohngeld sondergleichen.

8,3 Millionen Menschen erhielten am Jahresende 2006 Transferleistungen im Sinne von ALG/SG II, Leistungen aus Kriegsopferfürsorge, Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und ähnlichem mehr, um ihren grundlegenden Lebensunterhalt zu bestreiten. Damit waren rund 10% der in Deutschland lebenden Menschen auf existenzsichernde finanzielle Hilfen angewiesen.

 

Besonders betroffen sind dabei die Stadtstaaten. In Berlin erhielten, mit 20%, die meisten Personen Leistungen zur Sicherung des grundlegenden Lebensunterhalts.

Im schlimmsten Falle führen all diese  zu gesellschaftlicher Desintegration. Besonders verbreitet ist diese, wie könnte es anders sein, bei lang andauernder Arbeitslosigkeit. Soziale Isolation, das heißt keine regelmäßigen sozialen Kontakte sowie keinerlei verfügbaren Hilfeleistungen, ist ein Phänomen, welches häufig in Zusammenhang mit Individualisierung, Vereinzelung und Zerfall traditioneller Bindungen gebracht wird.

 

„Wir wenden uns absichtlich gegen Forschungen und große Statistiken. Das sind alles Menschen, die Schicksalsschlägen ausgesetzt waren. Da sind Daten irrelevant. Ob es 100, 1000 oder 10.000 Obdachlose in Berlin gibt, jeder ist einer zu viel.“, erläutert Düllick die Einstellung des Vereins.

So werden weder statistische Erhebungen zu den Verkäufern erhoben, noch viele Angaben von ihnen gefordert. Von denen, die häufiger in der Prenzlauer Allee 87 ein- und ausgehen, weiß man natürlich mehr. Das sind Menschen mit Gesichtern, Geschichten und Schicksalen.

 

Durchschnittlich 250 von ihnen verdienen sich mit dem Verkauf von straßen|fegern etwas dazu – 80 Cent pro verkaufte Ausgabe. Ob das zum Überleben oder gar Leben allein reicht, bezweifelt auch Andreas Düllick: „Natürlich gibt es einige, die behaupten, sie würden 30 Exemplare am Tag verkaufen, sobald man das hochrechnet wird aber schnell klar, dass das sehr unwahrscheinlich ist.“

 

Neben staatlicher Unterstützung ist der Verkauf aber ein zusätzlicher Verdienst, der manchen den Absprung ermöglicht.

„Die Zeitung, die wir erstellen ist ein Produkt, welches einen gewissen Nutzwert für die Verkäufer darstellt.“, so Düllick. Einen Arbeitsanstoß bieten, ohne einen Zwang dahinter zu stellen, das ist die Devise bei straßen|feger. Genau wie von den Verkäufern keine genaueren Angaben verlangt werden, werden auch keine Vorschriften erteilt, ob, wann und in welcher Form die Exemplare schlussendlich verkauft werden. Für die Redaktion des straßen|fegers hört der Kompetenz- und auch Interessenbereich nach Erstellen des Produktes und dessen Evaluation auf. An dieser Stelle greifen andere Instanzen im Verein.

 

Laut Beförderungsbedingungen des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) ist es untersagt „in den Verkehrsmitteln oder innerhalb des Bahngebietes Handel zu treiben […], Druckschriften zu verteilen, zu betteln, zu sammeln, zu werben oder mit dem Ziel des Gelderwerbs Schau- oder Darstellungen zu tätigen“. Sofern sich die Menschen auf das Verkaufen der aktuellen straßen|feger- Ausgaben beschränken, gibt es meist auch keinerlei Beschwerden. Ansonsten können Platzverweise und sonstige polizeiliche Maßnahmen die Folge sein. „Um Probleme zu vermeiden, versuchen wir den Verkäufern zu verdeutlichen, dass es auch andere lukrative Plätze gibt“, so Andreas Düllick.

Die Kehrseite

Nicht nur mit dem Öffentlichen Personen Nahverkehr, sondern auch mit anderen Problemen hat sich die Redaktion des straßen|fegers und der als Herausgeber dahinterstehende Verein mob, zu beschäftigen. „Wir sind kein Bettelblatt, wir sind mehr“, fasst Marcel Nakohinz, freier Redakteur, die Imageproblematik des straßen|fegers zusammen. Auch Andreas Düllick stimmt diesem Punkt zu: „Wir bieten ein Produkt an, das sich auf der Straße durchsetzen muss. Die Zeitung muss sich verkaufen, sonst sind unsere Bemühungen sinnlos. Natürlich gibt es hin und wieder Ausreißer. Aber wenn irgendetwas nicht rund laufen würde, würde sich das auch negativ auf die Endqualität auswirken.“

 

Doch wie überzeugt man Rezipienten von der Qualität eines Produktes, deren Intention beim Kauf der Zeitung eher ist, etwas „Gutes“ zu tun und einem Bedürftigen zu helfen als ein hochwertiges journalistisches Produkt zu erwerben?

 

Laut Eigenaussage des Vereines lesen über 80% der überwiegend weiblichen Käufer, den straßen|feger eher genau. Trotz dieser, sehr vagen Angabe, weiß auch Düllick, dass es noch einige Baustellen gibt: „Wenn wir mit unserem Projekt dauerhaft Erfolg haben wollen, müssen wir noch besser und noch attraktiver werden. Ohne einen größeren Kaufanreiz werden wir mittelfristig untergehen.“

 

Honorare auf 400 Euro Basis, ehrenamtliche Tätigkeiten und fast nicht nennenswerte „Aufwandsentschädigungen“ für die Redakteure zeugen vom kleinen Finanzrahmen, den mob e.V. für die Finanzierung zur Verfügung stellen kann.

Mit den geplanten und angestrebten Veränderungen im Layout, einer Erhöhung der Seitenzahlen sowie die Umstellung auf vollständigen Vierfarbdruck, geht gleichzeitig aber auch ein Kostenanstieg einher.

„Natürlich müssen wir wirtschaftlich denken. Ein geringer Preisanstieg bleibt da nicht aus. Da wir aber, deutschlandweit betrachtet, die günstigste Straßenzeitung sind, ist dies durchaus vertretbar.“, so Düllick.

 

Arbeitsbedarf sieht er aber vor allem im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit des Vereins: „Wichtig wäre es, nicht nur die Akzeptanz des straßen|fegers in der Öffentlichkeit zu erhöhen sondern auch die der Verkäufer zu erhöhen. Die von uns ausgestellten Verkäuferausweise sind da ein Schritt in die richtige Richtung.“ Die Gesellschaft auf ihre soziale Verantwortung aufmerksam zu machen, ohne sich ein Bettelimage zuzulegen, das ist der Balanceakt, den der Verein zu vollziehen hat.

 

Im Schatten der Großen

Wer sich langfristig auf dem Markt durchsetzen will, egal, ob mit kommerziellem oder sozialem Fokus, der muss aus seinen Fehlern lernen und sich ständig weiterentwickeln. Dieser Lehrspruch gilt für die Großen, taz und Axel Springer, genau wie für den straßen|feger. „Armut ist undemokratisch. Gegen diesen Missstand arbeiten wir tagtäglich an. Sei es mit unserer Notübernachtung, dem kaffee|bankrott, dem straßen|feger oder unseren sonstigen Projekten. Wir sind selbstbewusst, lassen uns vor keinen Karren spannen. Wir möchten viel. Peu à peu schaffen wir das auch. Wir machen das Beste aus jeder Situation. Wir arbeiten tagtäglich daran, für die Leute da zu sein, mit ihnen gemeinsam etwas zu erarbeiten. Durch die Möglichkeit der Selbstbeteiligung geben wir ihnen auch ein Stück Selbstwertgefühl wieder. Und das ist mit das höchste Gut, was ein Mensch besitzen kann.“

 

Während die Redaktionsrunde noch gemeinsam sitzen bleibt, die restlichen Gebäcke verputzt, die Thermoskanne rumreicht und Einzelheiten näher bespricht, senkt sich die Sonne langsam gen Horizont.

 

Der Innenhof des kaffee|bankrott ist in warmes orangefarbenes Licht getaucht als sich die Runde langsam auflöst.

Ein paar Straßenzüge weiter sinkt der „WELT“-Ballon langsam gen Grund, wird für den heutigen Tag zurückgeholt, auf den Boden der Tatsachen.

 

 

AutorKatharina Langbehn

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2 Responses to “Journalismus am Rande der Gesellschaft”

  1. Wo geht man hin?! – Diese Frage stellen wir uns immer wieder, wenn wir wieder einmal einen Abend,
    ein Wochenende oder einfach ein paar Stunden freie Zeit haben. Aber wohin? Im
    Lärm des riesigen, ungefilterten Angebotes ist der spannende Tipp als
    Alternative zum Gewohnten kurzfristig schwierig
    zu finden und man geht einfach wieder dorthin wo man immer schon hingegangen ist.
    Aber möchten wir nicht alle etwas Abwechslung?

    Beim Schweizer Ausgeh- und Veranstaltungsportal führen gleich drei Wege zum Ziel.

    Bereits die Startseite von „wo geht man hin.ch“ verrät die absoluten Highlights – genannt Top
    of the Week -.
    Viele Schweizer und auch Touristen hegen den Wunsch, sich über Veranstaltungen in einer bestimmten Region, in einem speziellen Kanton zu informieren.
    Unter Events genügt ein Klick auf die Karte der Schweiz.

    Doch auch wer einfach gut Essen gehen möchte, der muss sich nicht mehr lange fragen, wo er hingeht.

    Unter Locations erscheint ebenfalls eine Karte der Schweiz, deren Anklicken zahlreiche Locations offenbart.

    Unter Trips gibt es dann schliesslich Erlebnisse, die in die Natur entführen, für einen Besuch in einer Altstadt, Shoppingcenter, Zoo oder in eine Tourismusregion welche auch für Familienausflüge geeignet sind.

    Diese dreifache Suchmöglichkeit verdeutlicht bereits
    die Stärke von „wo geht man hin.ch“ – die Multifunktionalität.
    Auf der Seite selbst werben die Betreiber mit dem
    Slogan Eine Plattform – Drei Nutzen. Events, Locations,
    Trips und schaffen somit beste Voraussetzungen für jedermann, seine eigenen Vorstellungen zu realisieren.

    Auf „wo geht man hin.ch“, ist für die Besucher, nicht
    nur die Suche einfach, sondern auch die Erfolgschance auf
    einen Treffer entsprechend hoch und hilft eine Entscheidung zu
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    http://www.wogehtmanhin.ch

  2. I saw your show Dec.21 you talked about a shampoo called young forever, how do you spell it and where can you buy it? Love your show thanks. Tonymadonia@Cox.net


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